Fachworte Glossar

Terminologie der Energiewende

Hier finden Sie alle Fachbegriffe rund um die Themen E-Mobilität, Photovoltaik und Verbrauchsanalytik erklärt. 

Ein Mann, der an einem Laptop arbeitet.

Übersicht aller Begriffe

Bordladegerät

Das Bordladegerät wandelt Wechselstrom aus dem Stromnetz in Gleichstrom für die Batterie um. Die Leistungsfähigkeit des Bordladegerätes begrenzt die maximale Wechselstrom-Ladeleistung des Fahrzeugs. 

Charging Point Management System (CPMS); oft “Backend" gennant

Dies ist der intelligente Teil eines Systems mit mehreren Ladepunkten. Das Backend ist ein IT-System, das den Ladevorgang für Elektrofahrzeuge verwaltet und optimiert. Die Software ist in der Regel cloudbasiert. Einige Hersteller von Ladestationen bieten jedoch auch lokale Systeme an.

Typische Funktionalitäten des Backends sind:

Erfahren Sie mehr über lokale und cloudbasierte Systeme.

Charge Point Operator (CPO) - Ladepunktbetreiber

Die gewerbliche Einrichtung, die die Ladestation(en) betreibt. In der Regel besitzen und warten sie die Station. Der CPO verkauft die Ladedienstleistung an den E-Fahrer, entweder direkt oder über einen eMSP (siehe unten). In privaten und halböffentlichen Umgebungen ist der Betreiber der Ladestation auch für die Pflege der Nutzerprofile verantwortlich.

DGUV V3 Prüfung

Dies ist eine Prüfung der elektrischen Sicherheit, die gewerbliche Betreiber in Deutschland durchführen müssen. Sie ist ein Muss für alle öffentlich zugänglichen Ladegeräte, in der Regel jährlich. Hier muss ein zugelassener Elektriker die Prüfung durchführen.

Eigentümerversammlung

Eine vom Verwalter koordinierte Versammlung aller Wohnungseigentümer in einem bestimmten Gebäude. Die Versammlung sollte mindestens einmal im Jahr stattfinden, obwohl es in der Praxis sehr selten vorkommt, dass eine WEG zweimal im Jahr zusammenkommt.   

In dieser Sitzung werden alle Finanz- und Renovierungsfragen im Zusammenhang mit dem Gebäude diskutiert und entschieden. Daher muss die Installation von Ladestationen für Elektroautos hier zuerst genehmigt werden. Ende 2020 hat das WEMoG die Bedingungen dafür geändert. 

Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung ist eine Vergütung, die Betreiber von erneuerbaren Energieanlagen für die Einspeisung ins öffentliche Netz erhalten. Die Höhe der Vergütung wird in Deutschland durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt und soll den Ausbau erneuerbarer Energien fördern. Die Einspeisevergütung wird für einen bestimmen Zeitraum garantiert und bietet den Anlagenbetreibern eine Investitionssicherheit.

E-Mobility Service Provider (eMSP)

Der eMSP ist der Vertragspartner des E-Fahrers bei der Nutzung öffentlicher Ladepunkte. Der eMSP stattet den Fahrer mit einer RFID-Karte oder einer anderen Identifikation sowie mit Zahlungsmöglichkeiten aus. Wenn der Fahrer einen Ladepunkt eines anderen CPO nutzt, sprechen wir von Roaming. In diesem Fall rechnet der CPO mit dem eMSP ab, der seinerseits mit dem Kunden abrechnet. Beim Roaming gibt es wie bei der Mobilfunkrechnung also nur ein Abrechnungspartner.

(Home) Energy Management System (EMS/HEMS)

Dies ist wie eine Art Verkehrsüberwachung für Strom. Das System misst den Stromverbrauch verschiedener Verbaucher oder Geräte und regelt daraufhin den Energiefluss. Es ist auch der Eckpfeiler des Dynamischen Lastmanagements

Darüber hinaus können solche Systeme durch PV-Anlagen erzeugten Strom und/oder Stromtarife berücksichtigen. In manchen Fällen kann ein EMS die Stromrechnungen des Eigentümers senken. Da gewerbliche Kunden oft mehr für ihre Nachfragespitzen zahlen, können sie am meisten von der Spitzenlastreduzierung durch EMS profitieren. Im privaten Bereich ist die zusätzliche Ladekapazität normalerweise der Hauptvorteil.

EPBD & GEIG

EPBD steht für Energy Performance of Buildings Directive und ist die europäische Richtlinie für die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. Die Richtline wurde 2010 veröffentlicht und seither stetig überarbeitet. Das bislang letzte Update erfolgte 2020 mit Maßnahmen, die darauf abziehlen, die jährliche Quote der energetischen Renovieriung bis 2030 zu verdoppeln.

GEIG ist die Abkürzung des Gesetzes zum Aufbau einer gebäudeintegrierten Lade- und Leistungsinfrastruktur für die Elektromobilität. Der Bundestag hat dieses Gesetz Anfang 2021 im Zuge der Überarbeitung des EPBD verabschiedet. Das Gesetz regelt die Errichtung von und Ausstattung mit der vorbereitenden Leistungsinfrastruktur under der Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität in zu errichtenden und bestehenden Gebäuden.

Grundinstallation

Elektrische Grundinstallationen beziehen sich auf die grundlegenden elektrischen Installationen und Verkabelungen in einem Gebäude. Diese Installationen bilden das elektrische Grundgerüst, das für den Betrieb einer Ladeinfrastruktur und anderer elektrischer Anwendungen erforderlich ist. Bei WEGs sind Grundinstallationen i.d.R. Gemeinschaftseigentum.

Intelligentes Laden und Lastmanagement

Die Begriffe intelligentes Laden und dynamisches Lastmanagement werden oft synonym verwendet. Intelligentes Laden beinhaltet die Überwachung und Begrenzung des Ladens von Elektrofahrzeugen, um den Energieverbrauch auf der Grundlage des lokalen Bedarfs im Gebäude zu optimieren.

Weitere Informationen finden Sie unter Lastmanagement erklärt

Ladepunkt

Ein Stecker oder eine Steckdose, an der ein Elektro- oder Plug-in-Hybridfahrzeug aufladen kann. Kann Teil einer Ladestation sein mit mehreren Ladepunkten oder z.B. einer Wallbox mit einem Ladepunkt

Ladestation

Ein eigenständiges Gerät. Es kann entweder in Form einer Ladesäule oder einer sogenannten Wallbox kommen. Ein EV-Ladegerät kann mehrere Ladepunkte enthalten.

Lastgang / Lastprofil

Mengenverbrauch an elektrischer Energie über einen gewissen Zeitraum, die durch ein bestimmtes elektrisches Gerät fließt. In unserem Fall denken wir normalerweise an Ihren Netzanschluss des ganzen Hauses. Der Netzbetreiber wird dies auch im Ortsnetz berücksichtigen. Wir messen den Lastgang in der Planungsphase vieler Projekte, um ein optimales System auszulegen.

Erfahren Sie mehr über unser Angebot für eine Lastgangmessung.

Netzanschluss

Technische Einrichtung, die die Stromkreise des Gebäudes über die Hausverteilung mit dem Stromnetz des Netzbetreibers verbinden. Diese Geräte können bis zu einer bestimmten Menge an Strom übertragen. Wird mehr Strom als diese Menge durchgeleitet, entsteht ein Brandrisiko. Um dies zu verhindern, sind sie Sicherungen ausgestattet. 

Netzbetreiber

Das Unternehmen, dass für die Elektrizitätsversorgung in Ihrer Region zuständig ist, also den Netzbetrieb. Hauptaufgabe ist es, den Anschluss an das Stromnetz und eine stabile Stromversorgung für alle Kunden zu gewährleisten. In der Regel müssen Sie dort Ihre Ladelösung anmelden oder genehmigen lassen, bevor Sie sie installieren.

Nicht-Wohngebäude

Nicht-Wohngebäude sind Gebäude, die überwiegend für Nichtwohnzwecke bestimmt sind (gemessen an der Gesamtnutzfläche). Zu den Nichtwohngebäuden zählen z. B. Anstaltsgebäude, Büro- und Verwaltungsgebäude, landwirtschaftliche Betriebsgebäude und nichtlandwirtschaftliche Betriebsgebäude, wie Fabrikgebäude, Hotels und dergleichen. (Quelle: DESTATIS)

OCPP

Ein Kommunikationsprotokoll, das es Ladegeräten verschiedener Hersteller ermöglicht, „die gleiche Sprache zu sprechen“.

OCPP erleichtert die Kommunikation mit dem Stromnetzbetreiber und zwischen den Ladegeräten. Fast alle Backend-Lösungen verwenden OCPP. Daher können OCPP-fähige EV-Ladegeräte in intelligente Ladenetzwerke integriert werden.

Folglich sehen wir OCPP als ein Schlüsselkriterium bei der Auswahl von Ladegeräten für Standorte, die in Zukunft mehrere Ladegeräte beherbergen könnten. Bei Einfamilienhäusern ist OCPP normalerweise nicht wichtig.

Plug & Charge

Achtung: Dieser Begriff wird oft für zwei sehr unterschiedliche Dinge verwendet. Das Charging Project bezieht sich auf Definition 1 von Plug & Charge.

1. ISO 15118

Eine verschlüsselte Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladegerät, die automatisch mit der digitalen Signatur des Fahrzeugs zur Benutzerauthentifizierung übereinstimmt. Die Technologie kann gegebenenfalls auch Zahlungen ohne Benutzerinteraktion auslösen.

Der Fahrer muss nur noch den Ladestecker in das Auto stecken, um den Ladevorgang zu starten. Der Verlust oder das Vergessen der RFID-Karte wird somit zum Problem von gestern.

Diese basiert auf einem Vehicle-to-Grid (V2G) Kommunikationsprotokoll.

Bitte beachten Sie, dass derzeit nur wenige Automodelle V2G-fähig sind.

Plug and charge ISO 15118 E-mobility car and EV charger
2. Kein Schutz gegen unbefugte Nutzung

Die Benutzerauthentifizierung wird entweder z.B. aus Bequemlichkeit übersprungen oder ist bei einigen einfachen Ladegeräten gar nicht möglich. Jedes passende Fahrzeug kann angeschlossen werden und Strom beziehen.

Privilegierter Eigenverbrauch (Eigenversorgung)

Beim privilegierten Eigenverbrauch wird der erzeugte Strom vorranging selbst genutzt und nur der Überschussstrom wird eingespeist. Voraussetzung für die Eigenversorgung ist, dass der Anlagenbetreiber und der Letztverbraucher die gleiche Person sind (Personenidentität). Auf den privilegierten Eigenverbrauch zahlt man keine Netzentgelte, keine Steuern und keine Abgaben, weshalb er wirtschaftlich sehr interessant ist.

RFID

Zur Identifizierung weit verbreitete Art der Nahfeldkommunikation. Eine mit einem bestimmten elektronischen Code signierte Karte oder ein Transponder in einem Anhänger wird mit der Datenbank der autorisierten Benutzer abgeglichen.

Stellplatzpaket

Das Stellplatzpaket umfasst die Installation und Einbindung einer Ladestation in die bestehende Ladeinfrastruktur. Hierbei handelt es sich um Sondereigentum, daher wird das Stellplatzpaket in der Regel vom Stellplatzeigentümer oder Mieter bezahlt.

Vehicle 2 Grid (V2G) oder Vehicle 2 Building (V2B)

Meistens ist damit der bidirektionale Energiefluss zwischen dem Versorgungsnetz des Netzbetreibers und der Batterie des Elektroautos gemeint. Theoretisch kann ein Auto so als Batterie für ein Gebäude dienen (V2B) oder sogar zur Netzstabilität beitragen (V2G) und dadurch Geld auf den Energiemärkten verdienen, indem es in Zeiten hoher Nachfrage Strom verkauft. Derzeit sind nur wenige Gleichstrom-Ladestationen in der Lage, V2G-Energie zu übertragen.

Volleinspeisung

Betriebsmodell, bei dem jede von der PV-Anlage erzeugte Kilowattstunde in das öffentliche Netz eingespeist wird und der Anlagenbetreiber hierfür eine Einspeisevergütung erhält. Die Einspeisevergütung bei Volleinspeisung ist dabei höher als beim privilegierten Eigenverbrauch.

Wallbox

Wallbox oder auch Wandladestation ist der Überbegriff für Ladestationen für Elektroautos, die an einer Wand oder Säule befestigt sind. Die Wallbox ist die Verbindung zwischen dem Fahrzeug und dem bestehenden Stromnetz und kommunitiert darüber hinaus die verfügbare Stromstärke. 

Wichtig: 

Der Begriff Wallbox ist nicht Norm definiert, weshalb unterschiedlichste Varianten
bestehen. So umfasst der Begriff einfache Drehstormsteckdosen bis hin zum
vernetzen Ladeanschluss.


 Andere Terminologien: (Wand-)Ladestation, Wandkasten

WEG - Wohnungseigentümergemeinschaft

Die Gemeinschaft der Anteilseigner (in der Regel Wohnungseigentümer) einer Wohnimmobilie. Jeder Miteigentümer oder Anteilseigner hat ein Stimmrecht im Verhältnis zur Höhe seines Anteils am Gebäude. Die WEG muss einen Fremdverwalter haben, der die jährliche Versammlung koordiniert und die Wünsche der Wohnungseigentümer in deren Namen ausführt. 

Normalerweise hat die WEG ihre eigenen Bankkonten über den Verwalter.

WEMoG - Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz

Ein Gesetz in Deutschland, das die Entscheidungsprozesse für Renovierungs- und Modernisierungsprojekte in  WEGs regelt. Das Gesetz legt zum Beispiel Verfahren für die Umsetzung von barrierefreien Zugängen zu Internetbreitbandanschlüssen oder Energieeffizienzverbesserungen fest. Die Novelle aus dem Jahr 2020 beschäftigt sich speziell auch mit der E-Mobilität.

Mehr dazu lesen Sie unter WEG-Ladestationen; das Gesetz erklärt.

Überschusseinspeisung

Bei der Überschusseinspeisung versorgt die PV-Anlage alle im Gebäude vorhandenen Verbraucher sowie eventuell vorhandene Batteriespeicher. Wird mehr Strom produziert als für den Eigenverbrauch benötigt bzw. der Batteriespeicher aufnehmen kann, wird der überschüssige Strom in das öffentliche Netz eingespeist, für diesen erhält der Anlagenbetreiber eine Einspeisevergütung.

Ihr Weg zur passenden Ladelösung vereinfacht

Wir planen kosteneffektive und bedarfsorientierte Ladeinfrastruktur:

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner